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DGKJ im Gespräch zu gesunder Kinderernährung

04.07.2018

DGKJ und BVKJ tauschten sich im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Fraktion zu möglichen Maßnahmen für eine gesündere Ernährung von Kindern und Jugendlichen aus.

Gesunde Ernährung ist eine Grundvoraussetzung  für gesundes Aufwachsen unserer Kinder und Jugendlichen. Umso alarmierender ist es, dass mehr als 15 Prozent der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland an Adipositas leiden. Die DGKJ setzt sich mit Hilfe der Expertise ihrer wissenschaftlich hochrangig besetzten Ernährungskommission für eine gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen ein. Der Vorsitzende der Ernährungskommission, Professor Dr. Berthold Koletzko, traf sich gemeinsam mit dem Präsidenten und der Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am 28. Juni 2018 mit den Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Katharina Landgraf und Albert Stegemann, um sich zum politischen Kurs in Sachen gesunder Ernährung austauschen. Denn im aktuellen Koalitionsvertrag haben sich die Regierungspartner zur Förderung eines gesundheitserhaltenden und nachhaltigen Lebensstils, zur Bekämpfung ernährungs(mit)bedingter Krankheiten und zur Stärkung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes bekannt. Im Koalitionsvertrag vereinbart ist dabei eine Nationale Reduktionsstrategie für Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten sowie eine klare Kennzeichnung.  

Durch eine plakative Auslobung eines gesundheitsförderlichen Nährwertprofils auf der Vorderseite der Verpackung könnte der Verbraucher leichter besser zusammengesetzte Lebensmittel erkennen und auswählen.

Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission

Mit Blick darauf fand zunächst ein Austausch über grundlegende Fragestellungen und Positionen statt. Die DGKJ setzt sich für die Umsetzung politisch verbindlicher Richtlinien für eine gesunde Ernährung ein, etwa bei der Verpflegung in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Das betrifft auch entsprechende Vorgaben für die Lebensmittelindustrie. „Mit einer plakativen, graphisch gestalteten Auslobung eines gesundheitsförderlichen Nährwertprofils  auf der Vorderseite der Packung könnte ein entscheidender Effekt erzielt werden und der Verbraucher würde besser zusammengesetzte Lebensmittel leicht auswählen“, erklärte Prof. Dr. Koletzko. Zudem bedarf es gezielter Maßnahmen der Verhältnisprävention, um Kinder und Jugendliche zu gesunder und ausgewogener Ernährung zu animieren. Denn laut der aktuellen Ergebnisse der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts trinken Kinder und Jugendliche im Durchschnitt ca. 0,5 Liter zuckerhaltige Getränke am Tag. Über die faktische Problematik dieses Wertes herrschte in der Gesprächsrunde allgemein Einigkeit. Uneinig war man sich jedoch über die Maßnahmen, um das Gesundheitsrisiko, das durch das Trinkverhalten ausgeht, zu mindern. Es gilt nun, den Austausch weiter fortzuführen. Die DGKJ wird diesen Prozess auch künftig mit entsprechender Expertise begleiten und steht gern als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Anmerkung: Albert Stegemann MdB musste das Gespräch aufgrund einer Plenardebatte vorzeitig verlassen und ist auf diesem Foto nicht abgebildet.

Juliane Schmidt, Geschäftsstelle der DGKJ